{"id":19,"date":"2019-12-19T17:06:11","date_gmt":"2019-12-19T17:06:11","guid":{"rendered":"https:\/\/o-ttt-o.de\/?page_id=19"},"modified":"2020-07-28T14:27:41","modified_gmt":"2020-07-28T14:27:41","slug":"expedition-nord","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/o-ttt-o.de\/?page_id=19","title":{"rendered":"Expedition Nord"},"content":{"rendered":"<p><strong>Expedition Nord \u2013 Der Fremde ist nicht nur in der Fremde fremd<\/strong><strong>&nbsp;<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-242\" src=\"https:\/\/o-ttt-o.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Flyer-final-1-455x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"289\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/o-ttt-o.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Flyer-final-1-455x1024.jpg 455w, https:\/\/o-ttt-o.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Flyer-final-1-133x300.jpg 133w, https:\/\/o-ttt-o.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Flyer-final-1.jpg 543w\" sizes=\"(max-width: 289px) 100vw, 289px\" \/><\/strong><br \/>\nGalerie Nord &#8211; Kunstverein Tiergarten, Berlin, 2009<\/p>\n<p>Vom Polarkreis in den Dschungel des heimischen Wohnzimmers, vom exotischen Nervenkitzel in die multiethnische Realit\u00e4t unserer&nbsp;Gro\u00dfst\u00e4dte \u2013 Die EXPEDITION NORD von Ka Bomhardt, Angela Lubi\u010d und Oliver Oefelein f\u00fchrt in unseren ebenso fremden&nbsp;wie befremdenden Alltag und gleicht dem Abenteuer gro\u00dfer Entdeckungen am Rande der Zivilisation.&nbsp;In einer gemeinsam konzipierten Ausstellung zeigen die drei Berliner K\u00fcnstlerInnen erstmals Bilder ihrer langen Reise in die nahe&nbsp;Ferne unserer t\u00e4glichen Lebenswelt. Mit dem Forschergeist der Entdecker erschlie\u00dfen sie uns neue Welten, kartographieren das&nbsp;Unbekannte hinter dem Bekannten und dokumentieren unser Hier und Jetzt mit den Augen des Anderen.&nbsp;Der sondierende Fokus der drei K\u00fcnstlerInnen auf die allt\u00e4glichen Dinge l\u00e4sst die eigene Lebenswelt zur Terra incognita werden,&nbsp;die sie mit scheinbar ethnologischem, geologischem und biologischem Erkenntnisinteresse dem Nebel des Unbekannten entrei\u00dfen.&nbsp;Ihr k\u00fcnstlerisch-wissenschaftlich gepr\u00e4gter Blick bringt die Strukturen des eigenen Kulturkreises deutlich sichtbar vor Augen.&nbsp;Der distanzierten Haltung gegen\u00fcber dem Fremden wird jene k\u00fcnstlerische Distanz zur Seite gestellt, die den Blick auf die&nbsp;eigenen Absurdit\u00e4ten freimacht und so zum Schock des Fremden f\u00fchrt.&nbsp;Jenseits aller verkl\u00e4renden Vorstellungen von Fremdheit und den Klischees von Ferne konfrontiert uns EXPEDITION NORD mit&nbsp;der Absurdit\u00e4t der so genannten zivilisierten Welt und ihren Vorstellungen vom Fremden.&nbsp;Die Raumzeichnungen, Objekte und Installationen erschlie\u00dfen uns die unbekannte Welt der Visionen und Fiktionen, sie f\u00fchren&nbsp;uns durch surreale Welten zum Fremden in uns selbst. Dabei st\u00f6\u00dft das romantische Fernweh allerorten auf die Realit\u00e4t der Globalisierung,&nbsp;findet die ungebrochene Entdeckerlust ihre grotesken Grenzen am Rand der Projektionen: Der Traum von zu entdeckender&nbsp;Unber\u00fchrtheit m\u00fcndet in die \u00d6konomie, die Vermarktung er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeiten von Besitznahme fremder Orte und&nbsp;schlie\u00dflich verzerren sich die Orte selbst im Spiegel ihrer eigenen Wirklichkeit.&nbsp;Die Ausstellungslandschaft mit raumgreifenden Arbeiten von Ka Bomhardt, Angela Lubi\u010d und Oliver Oefelein liefert modellhafte&nbsp;Bilder einer Reise an den Demarkationslinien zwischen Fiktion und Realit\u00e4t. Vorbei an elfenbeinfarbenen Behausungen und blauen&nbsp;Eispal\u00e4sten, an Musterh\u00e4usern und vision\u00e4ren Wohnmodellen f\u00fchren sie die BesucherInnen mitten in der kulturellen Vielfalt&nbsp;Moabits in die befremdende Ambivalenz zwischen dem Unbekannten unserer Umwelt und dem Fremden in uns selbst.<\/p>\n<p><em>Ralf F. Hartmann, k\u00fcnstlerischer Leiter Kunstverein Tiergarten, Galerie Nord<\/em><\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder<strong>Ka Bomhardt<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<br \/>\n<\/span>Die dunkle Kammer, hell<br \/>\n<\/strong>Ein fast 3 Meter hoher, erleuchteter Papierkubus zeigt uns unbekannte Dinge in ungewohnter Erscheinungsform: als Schatten. In einem Wirbel von Formen und Gegenst\u00e4nden dr\u00fccken sich vielerlei wundersame Dinge ab, die von uns definiert werden wollen: Das Fremde in uns selbst scheint dabei auf, denn in der dunklen Kammer wurde Licht gemacht.<br \/>\nMan steht vor einem leuchtenden Raum in einem Raum mit Pastellen und M\u00f6beln. Zwischen zwei St\u00fchlen entspinnt sich ein \u201eGespr\u00e4ch\u201c, angelehnte Gewehrformen und Spiegelformen deuten auf eine nicht ganz vermeidbare Gef\u00e4hrlichkeit das Fremde zu erkunden. Die Arbeit \u201eKommode\u201c zeugt von einer Vergeblichkeit eines Suchens und Findens; ich ziehe eine Schublade auf und begegne dem Bild der n\u00e4chsten Schublade. Die inszenierte Entt\u00e4uschung \u00fcber die Begegnung immer gleicher Bilder\/Schemen der Weltwahrnehmung kreuzt sich hier mit der Ironie \u00fcber menschliche Orientierungs- und Ordnungs-Versuche in z.B. h\u00f6lzernen M\u00f6beln.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholder<strong>Angela Lubi\u010d <\/strong><br \/>\n<strong>POLARIS-North Real Estate<\/strong><br \/>\nDie Arbeit POLARIS befasst sich mit dem absurden Gedanken der Bebauung des Nordpols mit futuristisch anmutenden, exklusiven Wohnmodellen. Es wurde eine Art Messestand eines fiktiven Immobilienb\u00fcro`s \u201ePOLARIS-North Real Estate\u201c installiert, bestehend aus der Beschriftung der Schaufensterscheiben, aufgest\u00e4nderten Pr\u00e4sentationstischen, Darstellungen von Architekturvisionen sowie einem Slogan \u201eTo be on top of the world\u201c.<br \/>\n5 Platten bilden zusammengesetzt den Umriss des Nordpols und wurden jeweils mit Standorten (in Wasser-oder Nordpoln\u00e4he) und der Angabe zu Grundst\u00fcckgr\u00f6\u00dfen und Preisen in einer frei erfunden W\u00e4hrung N (NEURO) markiert. Von den Standorten verlaufen jeweils ein oder mehrere F\u00e4den an die Wand, wo die Immobilie auf die Wand genagelt und mit Faden umspannt wurde. So bildete sich eine dreidimensionale Fadenzeichnung, die durch ihre exakten Linien von Punkt zu Punkt einer 3D-Computerzeichnung sehr nahe kommt. Die in der Ausstellung entstandenen Arbeiten von Ka Bomhardt und Oliver Oefelein wurden als \u201eMusterh\u00e4user\u201c in die Immobilienangebote integriert. Das provisorisch geklebte Wort POLARIS an den Schaufensterscheiben deutet auf den unfertige Charakter eines gerade er\u00f6ffneten tempor\u00e4ren B\u00fcros hin.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholder<strong>Oliver Oefelein <\/strong><br \/>\n<strong>Eispalast<\/strong><br \/>\nIn der Galerie Nord baute ich eine Nord-Landschaft, die als Schollenformation in der Bodenebene die Wege bildete. Verkleinert, wie aus dem Flugzeug betrachtet, wird der Ausstellungsraum zum begehbaren Modell f\u00fcr eine Expedition. Dabei f\u00fchrt der Gang vorbei an Dingen, die wie Fundst\u00fccke einer fremden, blauen Welt aufgebart sind und m\u00fcndet in einer Art Iglu. Der Anfertigungsprozess dieses Bauwerks ist dabei selbst Thema: Im Iglu-Inneren befinden sich am Rand die zur\u00fcckgebliebenen Reste seiner Herstellung. Unter der Kuppelmitte rotiert ein Rad, als vermeintliches Zitat eines Produktionsprozesses bzw. auch f\u00fcr den sch\u00f6pferischen Geist, (die \u201eErfindung des Rades\u201c?). Und auch die akustische Soundcollage von Schlittschuhkufen auf einem zugefrorenen See ger\u00e4t zum mechanischen Scharren eines maschinellen Vorgangs. Der Mensch wird dabei selbst zum Modell, zum einen real-interaktiv, als Teil eines betretbaren Kuppel-Modells, eines aufgeschnittenen Iglus, das von der Strasse her einsehbar ist, zum anderen auch innerhalb eines traditionellen Tafel-Bildes: \u201eZwei Idealk\u00f6rper\u201c, einem weiteren Teil dieses Ausstellungs-Kosmos. Mir ging es bei Expedition Nord um Modelle, (eingeschmolzene) Spuren und Zeichen. Letzte standen wie Platzhalter oder Symbole f\u00fcr M\u00f6glichkeiten im Raum, oder drehten sich als deren Verkleinerungen (\u201eselbstreferenziell\u201c) um sich selbst. \u00c4ltere Arbeiten (Modelle), mit sich ebenfalls drehenden Elementen, habe ich in die \u201eLandschaft\u201c integriert: als Hemisph\u00e4ren standen unter Acrylhauben das \u201eWettermodell\u201c (Foto), eine \u201eSchaumprobe\u201c, sowie der \u201eGro\u00dfe Schaumschl\u00e4ger\u201c von 2006. Die gesamte Installation ist durch die exzessive Verwendung der W\u00e4rme-D\u00e4mmplatten aus Hartschaum und der durchg\u00e4ngig eingesetzten Farbe Blau zu einer in sich geschlossenen Welt aus Einzel-Artefakten, oder wiederum zu einer Art Modell geworden. Die Fremdartigkeit, also dem eigentlichen Thema der Gemeinschaftsausstellung, ist allerdings bei mir nicht nur der entr\u00fcckten Materialit\u00e4t des Hartschaum-Materials geschuldet, sondern auch oder viel mehr meiner Suche auf der Schwelle von Rationalit\u00e4t und Irrationalem. Dabei entwickel ich meine Fiktionen, bei der das Modell zur Plattform meiner Vorstellung von Wirklichkeit wird. In einem Film, der in einem separaten kleinen Raum der Galerie Nord auf eine installierte, blaue Hartschaumwand projiziert wurde, erkl\u00e4rt Oefelein in fremder Sprache seine Arbeit des vorangegangenen Ausstellungsprojektes: \u201eTransramonien\u201c. Damals baute ich einen kulissenhaften Messestand zum Thema \u201eTransramonien Design Prize\u201c, auf dem als integraler Bestandteil u. a. wiederum ein Film, das Home Shopping Video \u201eTrans Bob King\u201c, lief.&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Expedition Nord\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/SNAEtp8jx-s?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Expedition Nord \u2013 Der Fremde ist nicht nur in der Fremde fremd&nbsp; Galerie Nord &#8211; Kunstverein Tiergarten, Berlin, 2009 Vom Polarkreis in den Dschungel des heimischen Wohnzimmers, vom exotischen Nervenkitzel &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/o-ttt-o.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/19"}],"collection":[{"href":"https:\/\/o-ttt-o.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/o-ttt-o.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/o-ttt-o.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/o-ttt-o.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/o-ttt-o.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/19\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":564,"href":"https:\/\/o-ttt-o.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/19\/revisions\/564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/o-ttt-o.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}